Die Ernährung von Hunden - vom Wolf bis heute


Gerade Hundebesitzer werden oft Gemeinsamkeiten zwischen uns und den lieben Vierbeinern sehen. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass sich die Ähnlichkeit von Hund und Besitzer ähneln können. Doch wie sieht es mit der Funktionsweise des Körpers aus? Bei aller Liebe, möchte man sagen, Hund und Mensch sind aus einem anderem Holz geschnitzt! Ohne das ganz große Evolutionstheorie-Fass aufzumachen, schauen wir exemplarisch einmal auf die Verdauung. Ein wichtiges Thema, da sich Erkenntnisse für eine artgerechte Ernährung ableiten lassen. Kann der Körper von Hunden nur Fleisch verarbeiten? Wie wirkt sich das Zusammenleben mit dem Menschen auf das Verdauungssystem des Hundes aus?


Das Verdauungssystem von Hunden vs. Menschen

Zuerst sei erwähnt, dass es beim Vergleich des Verdauungssystems von Hund und Mensch keine extremen Überraschungen gibt. Mund (Maul), Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und dann heißt es Gassi gehen. Auffällig ist, dass der Speichel des Hundes im Unterschied zum Menschen keine Enzyme enthält, die die Verdauung bereits einleiten. Als Rudeltier ist der Hund evolutionär gewöhnt, sich seinen Teil zu sichern und schnell herunterzuschlingen. Zum Kauen blieb da traditionell keine Zeit. Hierin ähnelt auch Kollege Schoßhund noch sehr dem Körper des Ur-Hundes, dem Wolf. Auch ist der Dünndarm kürzer gehalten als beim Menschen, da eine reine Ernährung aus Fleisch prinzipiell wenig Zeit in diesem Teil des Verdauungssystem des Hundes benötigt. Wieder lässt der Wolf grüßen.

Schaut man sich diese Parallele zum Wolf an und zeigt womöglich noch auf die Reißzähne der Fellnase, man könnte meinen, alles wäre klar. Der Hund braucht Fleisch. Oder: Der Hund verträgt ausschließlich Fleisch! 


Der Einfluss der Domestizierung auf die Ernährung von Hunden

Nun sollte es keine Überraschung sein, dass eine Rückbesinnung auf die anfänglichen Tage des Hundes etwas aus der Zeit fällt. Domestizierte Haushunde (das sind alle, mit denen wir heute unser Leben teilen), leben seit Jahrtausenden im Umfeld des Menschen. Ihre Ernährung hat sich an dieses Leben angepasst und so auch ihr Körper. Das Nahrungsspektrum des Hundes ist deshalb (erfreulicherweise) deutlich größer als das des Wolfes. Wir haben es nicht mehr mit jagenden Wildtieren zu tun, die von Beute leben. Hunde sind wahrliche Allesfresser geworden. Das mag erst einmal etwas gemein klingen. Aber noch ein Lebewesen reiht sich in diese Kategorie ein: Der Mensch selbst. Auch wir merken, es muss nicht immer Fleisch sein.


Eine ausgewogene Ernährung als Schlüssel zur Gesundheit unserer Hunde

Für uns völlig normal: Natürlich gibt es dabei verschiedene Vorlieben (Pommes oder Reis?) und nicht jeder ernährt sich gleich (Insekten oder Tofu, jemand?). Auch der Haushund hat seine Ernährung angepasst. Die Tiere mussten schlichtweg mit dem auskommen, was die Menschen ihnen gaben. So wie die Menschen damit auskommen mussten, was sie fanden. In unseren Breiten ist dies zwar ungewohnt, aber tatsächlich ernähren sich Hunde auch heute global gesehen vom Abfall der Menschen. Sie jagen nicht mehr selbst und würden in Konkurrenz mit Wildtieren wohl auch den Kürzeren ziehen. Streunende Hunde greifen daher auf Aas, aber auch Früchte und Karkassen von Nutztieren zurück. In städtischen Gebieten leben freilaufende Hunde oft auf Müllkippen und sind hier nicht besonders wählerisch, was ihren Speiseplan angeht.

Die anatomischen Merkmale der Fellnasen lassen vielleicht etwas anderes vermuten. Wir merken uns dennoch, dass artgerechte Ernährung heute bedeutet, ausgewogen zu sein. Dazu sollte sie dem Hund alle wichtigen Nährstoffe bereitstellen, die er braucht. Woher und aus welchem Futter diese kommen, darüber macht mancher Hundebesitzer sich weit mehr Gedanken als der Vierbeiner selbst. Wie bei uns Menschen gilt jedoch, die Qualität der Nahrung sollte stimmen und eine Ergänzung des Futters kann je nach Fressgewohnheiten sinnvoll sein.


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